Lehrer-Team des MSG mit dem "Deutschen Lehrerpreis 2017" ausgezeichnet!

Das Martin-Schleyer-Gymnasium und die Würth Industrie Service GmbH Co. KG (WIS) in Bad Mergentheim pflegen bereits seit einigen Jahren eine Bildungspartnerschaft, die den rechtlichen Rahmen für das fächerübergreifende Projekt „Globalisierung“ bietet. Grundlegende Unterrichtsidee war, die Ausstellung im Firmenmuseum der WIS um einen Teil zur Globalisierung zu ergänzen, der von Schülerinnen und Schülern des Martin-Schleyer-Gymnasiums entwickelt und gestalterisch umgesetzt werden sollte. Im Mittelpunkt dieses Projekts sollte ein globales Produkt stehen, das von der WIS gehandelt, produziert, vertrieben oder in Kooperation erstellt wird. Im Seminarfach „Globalisierung“ erforschte die Jahrgangsstufe 11 im Schuljahr 2015/2016 daher den Weg einer Schraube von der Eisenerz-Gewinnung bis zum Recycling des daraus gefertigten Bauteils und dokumentierte ihn in einem zwölfminütigen Film. Das Kreismedienzentrum (KMZ) Main-Tauber-Kreis stellte das hierfür benötigte Equipment zur Verfügung und war beratend bei der Filmerstellung tätig. Eine kritische Sicht auf die globale Wertschöpfungskette bzw. den Globalisierungsprozess wurde von allen Seiten ausdrücklich begrüßt. Dieses Projekt ermöglichte einen direkten Bezug zur Lebenswelt mit klarem Bezug zur beruflichen Orientierung und schlug eine Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt, die den Schülerinnen und Schülern den Einstieg in die berufliche Zukunft erleichtern soll. Die Lernenden erhielten reale und nachhaltige Einblicke in ökonomische Zusammenhänge, betriebliche Abläufe und in das Arbeits- und Berufsleben. Außerdem trugen die Schülerinnen und Schüler die alleinige Verantwortung für das Gelingen bzw. Scheitern des Films. Ihr Engagement überstieg das normale schulische Arbeitspensum deutlich, es gab u.a. Drehtage in den Sommerferien, an mehreren Freitag-Nachmittagen sowie Samstagen.

Für die Jury war „Der Weg der Schraube“ „… ein sehr gut durchdachtes Unterrichtsprojekt, das den Bezug zur Berufs- und Arbeitswelt eindrucksvoll fächerübergreifend und aktuell darstellt. Für die Schülerinnen und Schüler brachte das Projekt vielfältige Erkenntnisse sowie reale und nachhaltige Erfahrungen. Hervorragend war die engagierte und verantwortungsvolle Teamarbeit bei den Lehrkräften und Lernenden in Kooperation mit einem Unternehmen.“ Projektleiter Stefan Nagelstutz: „Ein guter Unterricht liegt insbesondere dann vor, wenn sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden etwas Neues an dem Lerngegenstand und im Umgang miteinander gelernt haben. Guter Unterricht ist für mich persönlich daran erkennbar, dass sich die Schülerinnen und Schüler enthusiastisch am Stundenende von mir verabschieden und nicht nur wortlos aus dem Klassenraum in Richtung Pause entfliehen.“

Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, würdigt das Engagement der ausgezeichneten Lehrkräfte: „Guter Unterricht hängt ganz wesentlich vom Lehrer ab. Das wissen wir aus der Bildungsforschung. Die Preisträger haben gezeigt, was das in der Praxis bedeutet: Ihr Projekt verbindet fächerübergreifendes Arbeiten mit einer überzeugenden multimedialen Umsetzung und einem stimmigen Bezug zur Berufsorientierung. Zur verdienten Auszeichnung gratuliere ich ihnen herzlich.“

Quelle: www.lehrerpreis.de